Vorkommen

CLA wurde 1985 als erstes von Mike Pariza, Leiter des Food Research Institute an der University of Wisconsin, und Mitarbeitern in gegrilltem Rindfleisch gefunden und 1987 charakterisiert. 1989 wurde es in Käse und später auch in anderen Milchprodukten wie Joghurt nachgewiesen.

Im Fleisch von Wiederkäuern findet sich CLA in Mengen von 3 bis 6 mg CLA/ g Fett, wobei Rindfleisch besonders reich an CLA ist. Wiederkäuer sind durch bestimmte Pansenbakterien in der Lage, durch Isomerisierung der in Pflanzen reichlich vorkommenden Linolsäure konjugierte Linolsäure zu synthetisieren. Das Bakterium Butyrivibrio fibrisolvens produziert das für diese Reaktion notwendige Enzym und ermöglicht so die Synthese des CLA in den feststellbaren Mengen.

Durch Kochen oder Braten des Fleisches steigt die Konzentration von CLA an, beim Grillen sogar auf das Fünffache. Der Mechanismus dieser Reaktion ist zwar noch nicht verstanden, wird aber auch beim Erhitzen von Milch- beispielsweise durch Pasteurisieren – beobachtet. CLA findet sich auch im Fleisch von Schweinen und Geflügel sowie Eiern, aber die Konzentration ist hier wesentlich geringer als die im Fleisch von Wiederkäuern.

 

CLA Gehalt von Lebensmitteln


Enthält unsere Nahrung denn nicht genügend CLA?

 Obwohl CLA in vielen tierischen Lebensmitteln vorkommt, ist die Aufnahme mit der Nahrung unzureichend.

Zum einen haben Veränderungen in der Rinderzucht und der Fütterungsweise zu einer stetigen Abnahme der konjugierten Linolsäure nicht nur in Rindfleisch- und Milchprodukten, sondern generell in unserer Ernährung geführt. (Wissenschaftler vermuten sogar ein Zusammenhang zwischen der Abnahme der konjugierten Linolsäure in unserer Nahrung und der stetigen Zunahme übergewichtiger Menschen in unserer Gesellschaft.) Hinzu kommt, dass infolge der BSE-Problematik der Verzehr von Rindfleisch stark zurückgegangen ist, womit jedoch eine der wichtigsten Quellen für CLA wegfällt.

 Zu beachten ist, dass konjugierte Linolsäure fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Pflanzenmargarine und ernährungsphysiologisch besonders „hochwertige“ Pflanzenöle wie Distelöl oder Sonnenblumenöl, die reich an essentiellen, ungesättigten Fettsäuren sind, enthalten keine konjugierte Linolsäure! Die Bevorzugung pflanzlicher gegenüber tierischen Fetten, die aus ernährungsphysiologischer Sicht ja einerseits sinnvoll ist, verschlechtert die Aufnahme von CLA aus unserer Nahrung also zusätzlich.

 Mit CLA unterversorgt sind vor allem diejenigen, die sich besonders fettarm ernähren. Hierzu zählen z.B Sportler (v.a. Bodybuilder), Übergewichtige, aber auch Schlankheitsfanatiker, die häufig oder sogar ständig in Diät leben, sowie ältere Menschen. Sie alle nehmen mit der Nahrung noch weniger CLA auf als „Normalesser“, die wie oben beschrieben i.a. auch schon mit CLA unterversorgt sind. Dabei wäre es gerade für diese Personengruppen nützlich, mehr CLA aufzunehmen, da CLA mehr Energie und Ausdauer liefert und wichtig für das Immunsystem, den (Fett-) Stoffwechsel, den Muskelaufbau, die Leistungsfähigkeit usw. ist. Kein Wunder also, dass Abnahmewillige in eine „Diätfalle“ geraten und Sportler, insbesondere Bodybuilder Schwierigkeiten mit dem Muskelaufbau oder ihrem Immunsystem haben. Dies gilt auch für ältere Menschen, die aufgrund von Krankheiten oder Enzymmangel Fette in der Nahrung meiden müssen.

 Unbestritten ist es sinnvoll, Nahrungsfett einzuschränken. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt 25 bis 30% der täglichen Kalorien aus Fett zu beziehen, dies sind etwa 60 bis 80g pro Tag. Die meisten von uns nehmen jedoch wesentlich mehr Fett auf, und zwar im Durchschnitt rund 120 bis 140g pro Tag.

Anders sieht die Fettaufnahme jedoch bei Sportlern aus: Bodybuilder beispielsweise halten sich häufig an die „athletische Richtlinie“, 15 – 20% der täglichen Kalorien aus Fett zu beziehen. In der Wettkampfvorbereitung kann die Fettzufuhr sogar noch niedriger sein. Hier kann es nicht nur leicht zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen und essentiellen Fettsäuren kommen, vielmehr wird auch CLA nur noch in minimaler menge mit der täglichen Nahrung aufgenommen.

 

Warum nehmen wir zu wenig CLA mit unserer Nahrung auf?

  • fettarme Ernährungsweise (bei Sportlern, während Fettreduktionsdiäten usw.)

  • generelle Abnahme des CLA-Gehalts in unseren Lebensmitteln durch veränderte Produktionsmethoden in der Landwirtschaft

  • Verzicht auf Rindfleisch infolge BSE-Problematik

  • Meiden tierischer Fette, Bevorzugung von Pflanzenölen

  • Meiden tierischer Erzeugnisse allgemein (z.B. Vegetarier)

 

Nun möchten wir Ihnen jedoch endlich die genaue Wirkungsweise von CLA im Stoffwechsel erläutern.